Sind wir per Du oder Sie?

Der erste Blogbeitrag nach der langen Sommerpause gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die Anredeform in Dänemark. In Deutschland ist das Siezen nach wie vor recht üblich. Aber wussten Sie, dass es in Dänemark ganz normal ist, Fremde mit Vornamen und „Du“ anzusprechen? Und das seit fast 50 Jahren!

Es gibt viele Erklärungen, warum das Duzen seit dem Ende der 68er-Jahre so schnell Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch hielt. Während einige die Anrede mit „Du“ schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Vormarsch sehen, meinen andere, dass der Protest der Studenten gegen die Macht der Professoren dem „Du“ zum Durchbruch verhalf. Mit der Frauenbewegung in den 70ern setze sich neben der Gleichberechtigung auch das „Du“ endgültig als allgemeine Anredeform durch. Seitdem spricht man sich mit „Du“ und Vornamen an.

Die „Sie“-Form existiert zwar weiterhin, aber sie ist fast ausschließlich der Anrede von Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten. Geschäftspartner aus dem deutschsprachigen Raum sollten also nicht überrascht sein, wenn sie schon bei ihrer ersten Begegnung in Dänemark per „Du“ und Vornamen angesprochen werden.

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